Es ist Zeit.

Ich sitze in der Sonne. Es ist Montag. Der Bär ist in die Schule geradelt und die Elfe fröhlich im Kindergarten angekommen. Ihre neue Einzelfallhelferin hat sie freudig empfangen, der Physiotherapeut war bester Laune und ich stieg ruhig in mein Auto. Alleine im Haus. Erstmal Kaffee. Ich schaue mich um. Das Chaos vom Wochenende hält sich in Grenzen und die Sonne strahlt so hell durch die Fenster. Wie klar und ruhig alles ist. An unserer Küchentafel steht der Plan für die kommenden Tage. In mir fängt es an zu toben. Es ist KW 15.

Es ist die Woche. Die Woche mit der ersten großen Operation. Der Donnerstag an dem ich 2 Stunden mindestens durch das Krankenhaus tigern werde und auf mein Handy starre. Es wird klingeln und jemand wird mir Bescheid geben, das sie wieder da ist. Ihre Sehne und Muskeln werden verlängert sein. Ihre Beine eingegipst. Sie wird Schmerzen haben und die Welt nicht verstehen. Ich werde ihr Lieder vorsingen und sie beruhigen. Ihr sagen, dass alles nur halb so schlimm ist. Ist es aber nicht. Es ist genauso schlimm wie sie es fühlt. Nichts lässt sich daran relativieren oder klein reden.

Also sitze ich hier. Es ist Montag. Das schöne Gefühl der Sonne ist verflogen. Ich fühle mich von ihr ausgelacht. Im Stich gelassen. Wie kann denn alles so schön sein wenn wir so leiden müssen? Falsch. Wenn mein Kind so leiden muss. Mein Magen verdreht sich, meine Gedanken schießen unkontrolliert durch meinen Kopf, Panik macht sich breit. Noch 4 Tage.

3 Kommentare zu „Es ist Zeit.

  1. Ein fürchterliches Gefühl, was ich nur zu gut kenne. Noch schlimmer wenn die Maus zu klein und zu betroffen ist, um es zu verstehen – wie bei uns.

    Drücke Euch ganz fest (die Daumen)!

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  2. Ich werde am Donnerstag ganz fest an dich/euch und die kleine Elfe denken. Diese Momente/Tage davor sind furchtbar. Ich kenne das leider auch.Ich wünsche dir von Herzen, dass du die nächsten Tage die Sonne trotzdem noch ein wenig genießen kannst.
    Und natürlich darfst du nach der Op auch mit ihr gemeinsam weinen. Wie oft habe ich das schon getan. Es ist einfach richtig schlimm und nicht nur halb
    schlimm, was unsere Kinder schon erleben und durchleben müssen.
    Auch wenn wir als Eltern scheinbar immer stark sein müssen/wollen. Nein, das müssen wir nicht. Auch wir dürfen wütend und enttäuscht sein, auch wir Mama´s/Papa´s dürfen weinen, schreien ob der Situation unserer Kinder. Wir leisten gigantisches (finde ich zumindest) und da darf/muss man auch mal schwach sein dürfen.
    Ich wünsche euch eine gelungene OP, wenig Schmerzen danach und alles alles Liebe!

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  3. Immer wieder habe ich die Tage an euch gedacht. Und morgen, da werde ich ganz besonders an euch denken. Viel viel Kraft, eine gute komplikationslose OP wünsche ich euch von Herzen.

    LG

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