To cool for school.

Nach unserer Operation im April mussten wir abschalten. Die Geschichten, die Gedanken, unsere öffentliche Meinung fiel uns auf die Füße. Das System hatte uns erfasst und alles schien gegen uns zu laufen. Nichts war wie vorher, nichts wird einfach so gut werden. Wir haben Schlachten gekämpft, kamen uns wie Verräter gegen uns selbst vor, haben versucht das beste aus allem zu machen und durchzuhalten. Immer weiter. Kein Schritt zurück.

Alles begann mit einer schlimmen Schuleingangsuntersuchung. Keine Untersuchung sondern ein Wackelbild das die ELfe erkennen sollte, keine Vorbereitung und Fragen. Lediglich die Aussage, dass niemand weiß wo man dieses Kind beschulen könnte. Damit begann die Odyssee der Schulämter, Sitzungen, Gespräche, Telefonate, Beratungen, Ausschüsse. Brandenburg, Berlin. Niemand fühlte sich zuständig. Wir hingen in der Luft. Wer kann uns helfen? Wer will uns helfen? Wer arbeitet für, wer gegen uns? Die Linien verschwammen und manchmal vertraute ich niemandem mehr außer uns. Egal was wir sagten, egal welche Probleme wir aufzeigten alles verwandelte sich in Geschosse gegen uns. Und so standen wir da im Mai und während eine Schule, die weder barrierefrei noch inklusiv war, unsere werden musste, durfte die Schule unserer Wahl es nicht werden. Länderübergreifende Beschulung? Also, bitte. Demnächst geht es noch ums Kind. „Frau R. es geht nicht nur um ihr Kind. Hier spielen politische Interessen und Kosten eine sehr wichtige Rolle.“ ihr könnt mein „Fuck you“ durch ganz Brandenburg hallen hören.

Eine Woche vor Start der Sommerferien erhielt ich einen Anruf. Den Anruf, auf den wir Monate gewartet haben. Geschafft. Wirklich. Ich hab selten so sehr am Telefon geschluchzt, gelacht und gejubelt. Es war als hätten wir einen Krieg gewonnen. Irgendwas mit David gegen Goliath. Ich weiß bis heute nicht was sich alles im Hintergrund abspielte, welche Strippen von wem gezogen wurden oder was am Ende der ausschlaggebende Punkt war. Niemand wird es mir sagen, niemand wird Sachen die uns gesagt wurden bestätigen.

Die Entscheidung für die Förderschule war gut und richtig. Die Elfe geht gerne und mit Begeisterung zur Schule. Wir sind mit einer wundervollen Einhornregenbogenglitzerparty in das erste Schuljahr gestartet. Ich hab Rotz und Wasser geheult. Vor Erleichterung, vor lauter Loslassen und Stolz. Auf uns.

Jetzt ist das erste Halbjahr vorbei und ich sitze das erste Mal wieder vor meinem Blog und habe wieder Kraft alles aufzuschreiben was uns passiert ist in den letzten Monaten. Ich habe meine Worte wiedergefunden und so schnell werde ich nicht mehr stumm.

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